Augen, Haut und Immunsystem leiden unter trockenem Raumklima am Arbeitsplatz.
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Foto: DAK/Wigger | | |  | | Brennende Augen, gereizte Haut, kratzender Hals – trockene Luft am Arbeitsplatz belastet 80 Prozent der Bürobeschäftigten. Sabine Winterstein, Expertin für betriebliche Gesundheitsförderung bei der DAK, weiß warum: „Bürogeräte, Klimaanlage und die Heizung rauben der Luft die Feuchtigkeit.“ Ein paar einfache Veränderungen verbessern aber meist das Büroklima.
Keine Zeit für Tränen
Vor dem Bildschirm leisten die Augen Schwerstarbeit. Stimmt das Raumklima nicht, leidet so mancher unter geschwollenen Augenlidern, brennenden und geröteten Augen sowie hoher Lichtempfindlichkeit. „Der Tränenfilm, der unsere Augenoberfläche schützt, verdunstet bei trockener Luft schneller. Der feine Staub in der Luft kann die Augen dann stark reizen“, erläutert die DAK-Expertin. Bleibt die Luft auf Dauer zu trocken, kann der Tränenfilm sogar reißen. Erkrankungen wie Lidrandentzündungen oder Bindehautinfektionen sind dann schmerzhafte Folgen. Tipp der Expertin: „Häufig blinzeln und bei geschlossenen Lidern die Blickrichtung wechseln – das frischt den Tränenfilm auf.“
Ohne Feuchtigkeit geht es nicht
In trockener Büroluft leiden auch die Haut sowie die empfindlichen Schleimhäute in Nase, Rachen und Hals. „Feine Staubteilchen und Mikroorganismen setzen sich in trockener Luft langsamer ab“, berichtet Sabine Winterstein. Die Schleimhäute reagieren gereizt und fühlen sich wund an. Auch die Haut im Gesicht und an den Händen kann spröde und rissig werden. Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Schuppenflechte verschlimmern sich gar durch trockene Raumluft. Tipp der Expertin: „Viel trinken hält Haut und Schleimhäute geschmeidig. Zwei Liter pro Tag müssen es sein.“ Meerwasser-Nasensprays oder Nasensalben wirken lindernd. Vor rissiger Haut schützt regelmäßiges Eincremen.
Gutes Klima kann vor Erkältungen und Grippe schützen
Vor allem im Herbst und Winter steigern Heizungsluft und Klimaanlage das Erkältungsrisiko: Speicheltröpfchen sind in trockener Luft beweglicher. Zudem leben die Erreger der Grippe (Influenza) in trockener Büroluft länger als bei normaler Raumluftfeuchtigkeit – das Infektionsrisiko ist dreimal höher. Tipp der Expertin: „Am besten ist eine Luftfeuchtigkeit von etwa 50 Prozent. Außerdem reduzieren Vorsorgemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen sowohl das Erkältungsrisiko als auch die Gefahr, sich eine Grippe einzufangen.“
Klimabarometer fürs Büro
Gesundes Grünzeug: Grüne Inseln am Arbeitsplatz sind ideale Luftbefeuchter. Nestfarn, Zyperngras und Zimmerlinde geben fast ihr gesamtes Gießwasser über die Blätter in die Raumluft zurück. Achtung: Auf den beliebten Ficus wegen erhöhter Allergiegefahr besser verzichten!
Frischer Wind: Mehrmals täglich die Fenster für zehn Minuten weit öffnen erfrischt das Raumklima. Stoßlüften verhindert, dass bei kalten Außentemperaturen zu viel Feuchtigkeit nach außen verloren geht.
Gut temperiert: Eine Raumtemperatur von 20 bis 22 Grad Celsius schafft beste Voraussetzungen für eine angenehme Arbeitsatmosphäre.
Wohlfühlklima: Bei weniger als 20 Prozent Luftfeuchtigkeit nehmen gesundheitliche Probleme nachweislich zu. Luftbefeuchter beleben mit mikrofeinem Sprühnebel die Büroluft hygienisch einwandfrei. In Wasserschalen auf der Heizung dagegen gedeihen Bakterien prächtig. |