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Interview: “Gegenseitig Rücksicht nehmen”
DAK: Keine Polemik zum Nichtraucherschutzgesetz

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Foto: DAK/Wigger
Gut ein Siebtel der Raucher gewöhnte sich aufgrund des Nichtraucherschutzgesetzes bereits das Rauchen ab. Für 14 Prozent der Raucher stellt es ebenfalls einen Grund dar, zukünftig auf Zigaretten zu verzichten. Das ergab ein DAK-Gesundheitsbarometer. Erfreulich, findet die DAK. Doch die Kasse plädiert auch dafür, das Thema nicht zu polemisieren. Im Interview: DAK-Suchtexperte Ralf Kremer.

Herr Kremer, in puncto Nichtraucherschutzgesetz werden derzeit viele Debatten geführt, oftmals auch auf Stammtischniveau. Heißt es jetzt Raucher gegen Nichtraucher?
In erster Linie ist jetzt Rücksichtnahme gefordert, auf beiden Seiten. Natürlich halten wir das Gesetz für wichtig und richtig. Aber es nützt auch nichts, wenn Raucher und Nichtraucher sich anfeinden. Es wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen, wie die Menschen mit den neuen Regelungen umgehen und ob die öffentlichen Debatten wirklich die Realität wiedergeben.

Meinen Sie, dass die Diskussionen aufgebauscht sind?
Zum Teil ja, denn viele Raucher stört es ja selbst, wenn beim Essen der blaue Dunst über den Tellern hängt. Wir sind zuversichtlich, dass sich Raucher und Nichtraucher gut mit dem neuen Gesetz arrangieren werden. In anderen europäischen Ländern wie Irland oder Italien hat man positive Erfahrungen gemacht. Warum sollte das bei uns anders sein?

Was stört Sie am meisten an den Debatten?
Häufig wird sehr einseitig von einer Einschränkung der Freiheit von Rauchern gesprochen. Doch wer hat beispielsweise von den Angestellten in der Gastronomie gesprochen? Sie mussten mehrere Stunden im Zigarettenrauch von zahlreichen Gästen arbeiten. Debatten hin oder her, eines bleibt: Zigaretten sind schädlich und jeden Tag sterben hunderte von Menschen an den Folgen, Raucher und Passivraucher.



Erscheinungsdatum:

01/09/2008

Ansprechpartner/in:

Nina R. Osmers

E-Mail:

nina.osmers@dak.de

Telefon:

040/2396-1030