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Foto: DAK/Wigger | | |  | | Mehr als die Hälfte aller Deutschen hatte im letzten halben Jahr Kopfschmerzen – das belegt eine repräsentative Umfrage anlässlich des DAK-Gesundheitsreports 2007. Dennoch gehen viele den Ursachen ihres Leidens nicht ausreichend auf den Grund. Stattdessen werden oft lediglich die Symptome mit rezeptfreien Schmerzmitteln bekämpft. Der Grund: Kopfschmerzen gelten als Befindlichkeitsstörung, nicht aber als ernstzunehmende Krankheit.
Der DAK-Gesundheitsreport
Jedes Jahr wertet die DAK die Krankschreibungen von mehr als 2,6 Millionen erwerbstätigen Mitgliedern aus. Eine repräsentative Umfrage unter Berufstätigen zwischen 18 und 65 Jahren sowie Stellungnahmen von namhaften Experten ergänzen die Ergebnisse. In diesem Jahr wurden darüber hinaus erstmals Daten zum Arzneimittelkonsum ausgewertet.
Spitzenreiter Spannungskopfschmerzen und Migräne
Spannungskopfschmerzen und Migräne sind am häufigsten. Rund 90 Prozent aller Betroffenen leiden unter einer dieser beiden Ausprägungen. Der aktuelle Report der DAK belegt, dass Frauen insgesamt häufiger betroffen sind: 63 Prozent der weiblichen Befragten hatten > im letzten halben Jahr Kopfschmerzen. 17 Prozent gaben an, unter Migräne zu leiden. Im Vergleich: Weniger als die Hälfte der befragten Männer hatte mit Kopfschmerzen zu kämpfen, nur gut sechs Prozent mit Migräne. Auffällig ist außerdem, dass häufig jüngere Menschen Kopfschmerzen haben. Die Umfrage zeigt: Fast zwei Drittel aller Betroffenen sind zwischen 18 und 35 Jahre alt.
Kopfschmerzen schaden der Wirtschaft
Neben dem persönlichen Leid der Betroffenen wird durch die Erkrankung auch erheblicher volkswirtschaftlicher Schaden verursacht. Die Studie der DAK zeigt: Jeder dritte Migränekranke ist in seiner Leistungsfähigkeit mäßig bis stark eingeschränkt. „Kopfschmerzen und Migräne sind meist Krankheiten von kurzer Dauer. Sie treten aber häufig auf und sind oft chronische Leiden,” sagt Martin Kordt, Diplom-
Sozialökonom bei der DAK. „Insgesamt werden die Kosten durch Fehltage und Arbeitstage mit Leistungseinschränkung in Deutschland auf 2,3 Mrd. Euro geschätzt.” Nicht alle lassen sich behandeln Zwei Drittel der Kopfschmerz-Betroffenen und fast drei Viertel der Migränekranken haben mindestens einmal im Monat Kopfschmerzen, belegt die DAK-Umfrage – und das oft jahrelang. Trotzdem lassen sich nicht alle behandeln: Knapp 70 Prozent der Kopfschmerzpatienten waren wegen der Beschwerden noch nicht beim Arzt. Anders bei Migräne: Hier suchen fast drei Viertel professionelle Hilfe. Jeder Zweite, der den Gang in die Praxis scheut, gab an, Kopfschmerzen seien kein Grund, zum Arzt zu gehen. Und Schmerzmittel gäbe es auch rezeptfrei. So wird das Leid ertragen – obwohl man wesentlich mehr dagegen tun kann.
Krankheit mit Akzeptanzproblem
„Migräne und Spannungskopfschmerz werden nach wie vor nicht als Krankheiten wahrgenommen“, erklärt PD Dr. Thomas-Martin Wallasch, Leiter des Kopfschmerzzentrums und Zentrums für interdisziplinäre Schmerztherapie Berlin. Das erklärt, warum nicht mehr Betroffene zum Arzt gehen, obwohl die Beschwerden sie häufig lange begleiten und die Lebensqualität erheblich mindern. Eine Anerkennung von Kopfschmerzen als ernstzunehmendes Gesundheitsproblem ist jedoch der erste Schritt zu einer erfolgreichen Behandlung. Professor Hartmut Göbel, Ärztlicher Direktor der Schmerzklinik Kiel, fordert deshalb im DAK-Gesundheitsreport: „Kopfschmerzen sind die Volkskrankheit Nummer eins. Daher muss auch eine breite Aufklärung der Bevölkerung erfolgen.“
Informationen für Betroffene finden sich in der DAK-Broschüre „Kopfschmerz und Migräne” und unter www.dak.de/kopfschmerzen |