Bei Problemen im Kiefer zwickt es häufig auch im Kreuz - DAK-Zahnexperte informiert über häufig unbekannten Zusammenhang
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Foto: DAK/Wigger | | |  | | Das plötzliche Ziehen und Stechen kennt fast jeder: Rückenschmerzen führen zu den meisten Fehltagen im Job. Bei der Suche nach dem Auslöser wird aber oft eine Problemzone übersehen. Nach Erkenntnissen der DAK spielt bei vielen Beschwerden der Kiefer eine wichtige Rolle. „Rückenschmerzen muss man im wahrsten Sinne des Wortes auch auf den Zahn fühlen“, erklärt DAK-Experte und Zahnmediziner Dr. Mats Mehrstedt. „Kiefergelenke können eine ganze Reihe von Symptomen verursachen, wenn sie akut oder chronisch entzündet sind. Die durch die Entzündung ausgelösten Schmerzen sind zum Teil sehr stark und strahlen auf unterschiedliche Muskelgruppen aus.“
Häufig beschränken sich die Beschwerden nicht nur auf die Kiefergelenke, sondern sie können auch in den Zähnen, Ohren oder in der Nacken- und Rückenmuskulatur auftreten. Diese Erkrankung bezeichnen Mediziner als Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD). Hierbei handelt es sich um ein komplexes Problem, das Zahnmediziner, Krankengymnasten, Psychiater und Psychologen beschäftigt. Der Grund: Häufig ist CDM ein Zeichen dafür, dass jemand psychisch überlastet oder innerlich angespannt ist. „Vor allem nachts wandern die Sorgen vom Gehirn in den Kiefer“, sagt Dr. Mats Mehrstedt. „Im Schlaf beißt der Betroffene dann die Zähne kräftig zusammen. Er kaut quasi auf seinen Alltagssorgen herum.“ Dieses Zähneknirschen wie auch das Zähnepressen fassen Mediziner unter dem Fachbegriff Bruxismus zusammen. Zahnabrieb, Schmerzen im Kiefergelenk, Nacken und in den Schultern oder im Schläfen- und Ohrenbereich sind die Folgen. Erste Hilfe bietet eine Aufbissschiene, die nachts getragen wird. Sie entlastet den Kiefer und das Kiefergelenk. Das eigentliche Problem löst sie oftmals jedoch nicht. Betroffene müssen zusätzlich lernen, sich zu entspannen und den Stress tagsüber abzubauen, damit sie ihn nicht nachts bewältigen müssen.
Neben dem Knirschen können auch fehlende Zähne, mangelhafter Zahnersatz oder eine Fehlstellung der Zähne die Rückenbeschwerden verursachen. Eine Korrektur der Zähne oder des Zahnersatzes kann das Leiden in diesen Fällen lindern. Nur selten ist ein chirurgischer Eingriff im Kiefergelenk notwendig. „Wichtig ist aber in jedem Fall, dass der Arzt vor der Behandlung die Ursachen für die Fehlfunktion gründlich analysiert“, erklärt Dr. Mats Mehrstedt. „Dabei sollten sowohl der psychosoziale Hintergrund als auch der Zustand der Zähne vollständig geklärt werden.“ Wer also regelmäßige Verspannungen in den Gesichtsmuskeln oder Schmerzen im Kiefer bzw. im ganzen Kopf verspürt, sollte mit seinem Zahnarzt das Problem besprechen. Er kennt Entspannungstechniken oder Therapiemethoden und kann – falls erforderlich – auch auf diesem Gebiet erfahrene Psychotherapeuten empfehlen. |