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Beiträge zur Pressemappe: Die übermüdete Gesellschaft.
Schlecht geschlafen? DAK-Gesundheitsreport 2010: Rund vier Millionen Berufstätige leiden unter schweren Schlafstörungen.

| |  | | „Du siehst blass aus, bist du krank?“ – „Nein, ich hab nur schlecht geschlafen.“ Wer nachts mit Schlafproblemen kämpft und am Tag müde, unkonzentriert und antriebslos ist, bezeichnet sich nicht zwangsläufig als krank. Bei einzelnen unruhigen Nächten ist das auch angemessen. Doch viele Menschen leiden regelmäßig darunter, dass sie nachts nicht richtig zur Ruhe kommen. Das zeigt der Gesundheitsreport der DAK. Die Hälfte der Befragten kennen das Problem aus eigener Erfahrung. Umgerechnet auf die erwerbstätige Bevölkerung sind das rund 20 Millionen Betroffene. Rund vier Millionen davon leiden unter schweren Schlafstörungen und sind in ihrem Alltag stark beeinträchtigt. Weil sie kaum noch eine Nacht durchschlafen können, quälen sie sich jeden Tag übermüdet durch ihren Job.
Schlechter Schlaf als Auslöser für ernsthafte Erkrankungen Wer regelmäßig schlecht schläft, ist nicht nur in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Auch Immunsystem und Stoffwechsel reagieren darauf, wenn die regenerierende Wirkung des Schlafs langfristig gestört ist. Vielen Betroffenen ist nicht klar, dass chronische Schlafbeschwerden die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen, Infektionen den Weg bereiten und zu depressiven Erkrankungen führen können. Doch nicht nur die Gesundheit leidet, wenn der Schlaf zu kurz kommt. Auch die Leistungsfähigkeit im Job ist erheblich beeinträchtigt, wenn Menschen unausgeschlafen und erschöpft ihre Arbeit beginnen. Die wirtschaftlichen Folgen lassen sich nicht genau beziffern. Fest steht jedoch: Viele berufliche Fehlentscheidungen und Arbeitsunfälle gehen auf Schlafmangel zurück oder werden dadurch begünstigt. „Wer bei der Arbeit regelmäßig auf hohem Level Leistungen erbringt, braucht gesunden und erholsamen Schlaf“, sagt Prof. Dr. h.c. Herbert Rebscher, Vorstandsvorsitzender der DAK.
DAK klärt auf und bietet Unterstützung Als Krankenkasse hat die DAK ein großes Interesse daran, über die möglichen Auswirkungen von Schlafstörungen aufzuklären und zu helfen, die eigene Situation richtig einzuschätzen. Bei ernsthaften Beschwerden rät die DAK zum Arztbesuch. Hinweise für die richtige Einschätzung von Schlafstörungen finden Betroffene auf der DAK-Website. Viele sehen eine Lösung in Medikamenten, die kurzfristig Abhilfe schaffen – ohne zu wissen, wie leicht sie dadurch in Abhängigkeit geraten können. „Schlafmittel sind hilfreich, wenn sie indikationsgerecht angewendet werden“, sagt DAK-Chef Rebscher. „Patienten sollten aber unbedingt über Nutzen und Risiken der Medikamente aufgeklärt werden“, fordert er.
Gesellschaft ohne Schlaf? Woran liegt es, dass sich Schlafstörungen gewissermaßen zu einer Volkskrankheit entwickelt haben? Eine der Hauptursachen besteht in der wachsenden Alltagsbelastung. Fast 40 Prozent der Menschen mit Schlafproblemen leiden laut der DAK-Befragung unter besonderem Stress oder Belastungen. Die Anforderungen an ihre Arbeitsleistungen steigen stetig, zugleich wächst die Sorge um den Erhalt des Arbeitsplatzes. Daneben spielen auch gesellschaftliche Veränderungen eine Rolle. Längere Ladenöffnungszeiten im Einzelhandel, Ausweitung der Schichtdienste, unregelmäßige Arbeitszeiten und eine stetige Verlagerung von Arbeit in das Privatleben: Der natürliche Lebensrhythmus gerät zunehmend aus dem Takt. Nie zuvor haben Menschen unregelmäßiger und durchschnittlich weniger geschlafen als heute.
Was hilft bei Schlafstörungen? Arbeitszeiten kann der Einzelne nicht einfach so verändern, Stress im Beruf bleibt nicht aus. Doch jeder hat es in der Hand, für Erholung in der Freizeit zu sorgen. Das bedeutet zum Beispiel, nicht zu spät am Abend zu essen und Fernsehen oder Mobiltelefone aus dem Schlafzimmer zu verbannen. Alkohol sollte nicht als Schlafmittel „missbraucht“ werden. Verbraucher finden bei der DAK umfassende Informationen zum Thema gesunder Schlaf. DAK-Versicherte erhalten zudem Zuschüsse für Kurse, die Entspannungstechniken wie Yoga oder Tai Chi vermitteln und damit eine gute Voraussetzung für gesunden Schlaf bieten.
Den Schlaf mehr achten So sehr wir heute darauf bedacht sind, gesund zu leben: Mit dem Schlaf gehen viele noch immer sparsam um. Menschen, die anscheinend mit nur wenigen Stunden Schlaf auskommen, werden dafür bewundert. Und Einzelne schlucken lieber eine Pille, um gegen die Müdigkeit anzukämpfen, als zu Bett zu gehen. Es ist an der Zeit, die nächtliche Ruhe wieder mehr schätzen zu lernen. Nicht zuletzt deshalb, weil Schlaf unsere Leistung auf ganz natürliche Art steigert. Diese Wirkung ist wissenschaftlich nachgewiesen und hat eine einfache Formel: Schlafen Sie gut! |
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